explain-it - Organspende

In diesem explain-it handmade erklären wir was Organspende eigentlich genau bedeutet und wie sie abläuft.

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Es ist mal wieder Dienstagabend und Marie fiebert wie jede Woche bei ihrer Lieblingsarztserie mit. Gerade bekommt Jack eine Herztransplantation. Marie will unbedingt, dass er es überlebt! A propos – Wo ist eigentlich dieser Organspendeausweis, den sie sich besorgt hat? Der liegt schon ein Weilchen herum und Marie hat sich immer noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt ... Wie läuft eine Organspende überhaupt ab? Und wo landen eigentlich die Organe? Sie informiert sich im Internet:
Zuerst muss bei einem Patienten der Hirntod festgestellt werden ¬– das bedeutet, dass keinerlei Hirn-ströme mehr vermerkt werden. Zu diesem Zeitpunkt kann die Herz-Kreislauffunktion nur noch künstlich aufrechterhalten werden. Der Patient hat so weiterhin Atmung und Herzschlag und die Organe bleiben durchblutet. Zwei unabhängige Ärzte prüfen den Hirntod, um hier wirklich sicher zu gehen. Dann wird geklärt, ob eine Organspendebereitschaft des Patienten vorliegt. Wird die Entnahme im Organspendeausweis abgelehnt, werden die Maschinen abgeschaltet. Liegt kein Ausweis vor oder ist der Patient unter 16 Jahre alt, müssen die Angehörigen darüber entscheiden. Wenn der Patient oder die Angehörigen einer Organspende zugestimmt haben, wird der Patient medizinisch untersucht. Denn: Bei einer akuten Krebserkrankung oder einer HIV-Infektion kommt eine Organspende von vornherein nicht in Frage. Sind die Organe gesund, ist er ein geeigneter Spender! Die Daten werden dann an die zentrale Organvermittlung übergeben – und die ermittelt einen Empfänger. Dabei gelten die Kriterien Dringlichkeit, medizinischer Nutzen, Wartezeit und Chancengleich-heit. Erst jetzt werden die Organe entnommen und der Organspendeprozess abgeschlossen. „Aber Moment,“, denkt sich Marie, „auf dem Ausweis steht auch etwas von Gewebespende? Was ist das denn?“. Zur Gewebespende zählen zum Beispiel Haut, Augenhornhaut, Knochen oder Sehnen. Ist Marie bereit ihre Organe zu spenden, schließt das auch eine Gewebespende ein – außer sie spricht sich ausdrücklich dagegen aus. Der Unterschied: Nicht nur nach Hirntod, sondern auch nach Herz- und Atmungsstillstand lässt sich Gewebe spenden. Es wird konserviert, zwischengelagert und dann in krankenhauseigenen oder selbständigen Datenbanken gesammelt.

Eine Spende kann Leben retten, die Lebensbedingungen eines Patienten verbessern oder der Forschung zugutekommen – vor allem aber erspart man mit einem ausgefüllten Organspendeausweis den Angehörigen eine schwierige Entscheidung!
Über das Thema Organspende ist Marie jetzt informiert. Ob sie JA oder NEIN ankreuzt, möchte sie aber erst noch mit Familie und Bekannten besprechen.